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Serve-and-Volley Spiel

Um es vorweg zu sagen: Die klassischen Serve-and-Volley-Spieler, wie es etwa Boris Becker oder Pete Sampras waren, findet man unter den Spitzenspielern der ATP-Tour heute kaum mehr. Das liegt in erster Linie daran, dass Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer lautere Kritik am Serve-and-Volley-Spiel aufgekommen war: Die kurzen Ballwechsel, die diese Spielweise mit sich bringt, begeisterte die Zuschauer immer weniger. Infolge dieser Diskussion haben die Tennisveranstalter in den vergangenen Jahren die Platzbeläge und die Bälle immer langsamer gemacht, sodass Serve-and-Volley heutzutage kaum noch Erfolg verspricht, da dieses Spiel ausschließlich von Schnelligkeit lebt.
Denn die klassischen Eigenschaften des Serve-and-Volley sind: ein harter erster Aufschlag (Service), das sofortige Nachrücken in Richtung Netz und der anschließende, wenn möglich direkt verwandelte Volley. Bei langsameren Belägen scheitert diese Strategie jedoch schon oft daran, dass der erste Aufschlag nicht mehr so hart serviert werden kann, wie es früher der Fall war.
Allerdings gibt es auf der ATP-Tour nach wie vor einige Spieler, die hauptsächlich das Serve-and-Volley-Spiel betreiben. Einer von ihnen ist der Kroate Ivo Karlovic, der mit 2,08 Metern der körperlich größte Top-100-Spieler aller Zeiten ist. Dank dieser Länge – und seiner besonderen Servicetechnik – ist Karlovic in der Lage, den ersten Aufschlag mit enormer Wucht abzufeuern. Dadurch gelingen ihm viele Asse, und wenn der Gegner den Ball (oft gerade eben so) dennoch zurückspielen kann, ist Karlovic meist schon ans Netz vorgerückt, um den dann in der Regel unplatzierten Return abzufangen und mit einem Volley den Punkt sofort zu machen. Auch Max Mirnyi, Taylor Dent und Radek Stepanek bevorzugen diese Spielweise. Roger Federer, bester Spieler aller Zeiten und Nummer eins der Welt, wendet das Serve-and-Volley-Spiel nur hin und wieder an, allerdings abhängig vom Bodenbelag. Der schnelle Rasen von Wimbledon bietet sich für Federer dabei besonders an.